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Änderungen auf dem Astheimer Friedhof

Der Baum als Symbol des Lebens – Änderungen auf dem Astheimer Friedhof

Sieht man den Astheimer Friedhof aus der Vogelperspektive, so wirkt er mit seinem schnurgeraden Mittelweg und den in Reihen angelegten Grabparzellen wie ein sehr gepflegter Vorgarten. Ein Eindruck, der sich bestätigt, wenn man über den Friedhof läuft. Ein Ort zum Präsentieren? Ja. Aber auch ein Ort zum Verweilen?

Astheimer Friedhof

Die wenigen Bäume stehen verstreut. Die Wege laden nicht zum Spazieren und Nachdenken ein, die Bänke kaum zum Sitzen und Erinnern. Das soll sich nun ändern.
Dem Friedhof soll mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Schließlich ist ein Friedhof nicht nur ein Ort, Blumen, Pflanzen und Grabschmuck zum Grab eines Menschen zu bringen. Der Friedhof ist auch ein Ort des Erinnerns. Manchmal des ritualisierten Erinnerns, manchmal lächelnden Erinnerns an einen geliebten Menschen und manchmal des traurigen Erinnerns, weil man so vieles noch hätte bereden oder so vieles noch hätte miteinander unternehmen wollen.

Der Friedhof ist die Auseinandersetzung mit dem Tod, dem anderer und dem eigenen.
Bäume gehören als Symbol des Lebens und des Todes seit der Bibel auf Friedhöfe, ebenso wie Schmetterlinge als Symbol für Methamorphose zum Lebenskreislauf gehören, zumindest seit Elisabeth Kübler-Ross die gezeichneten Schmetterlinge der Kinder von Ravensbrück beschrieb.

Schmetterlinge kann man nicht zwingen, da zu bleiben, ebenso wenig wie man das Leben zwingen und den Tod bezwingen kann. Aber man kann Pflanzen setzen und pflegen, um Schmetterlinge anzulocken. Ein biologischer und symbolischer Kreislauf.
Und es müssen nicht die Zedern des Libanon sein, die auf einem Friedhof vom Leben künden. Es können auch Hainbuchen sein, die am Eingang des Friedhofes im Laufe der Jahre zu einem hohen Tor zusammenwachsen und die Besucher unter einem schützenden grünen Dach laufen lassen. Entlang des Hauptweges gesetzt, können Hainbuchen mit ihren schmalen Stämmen und dichten Kronen den Weg zur Trauerhalle weisen.

Gedanken, die sich die den Friedhof pflegende Gemeinde, Udo Seemann als Leiter des Bauhofes, Bürgermeister Jürgen Arnold und Pfarrer Barton (katholische Kirche Astheim) gemacht haben.

In den kommenden Tagen werden die Bäume für die Allee und den Eingang gesetzt. Auch Kontakte zur Grundschule sind geknüpft. Zum einen könnten die Kinder eine Baumpatenschaft übernehmen, zum anderen können sie so an die Bedeutung von Sterben, Tod und Erinnern geführt werden.

Geplant ist im zweiten Schritt die Bepflanzung im hinteren Teil des Astheimer Friedhofes. Hier sollen der Amberbaum das Feuer, die Hängebuche das Wasser, die Esskastanie die Erde und der Lederhülsenbaum die Luft versinnbildlichen.


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