Etatrede zum ersten doppischen Haushalt 2008
„Die doppelte Buchhaltung ist eine der schönsten Erfindungen des menschlichen Geistes. Ein jeder guter Haushalter sollte sie in seiner Wirtschaft einführen. Sie lässt uns jederzeit das Ganze überschauen, ohne daß wir es nötig hätten, uns durch das Einzelne verwirren zu lassen", meinte der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe in seinem 1795 erschienenen Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre.
Die Doppik wurde 300 Jahre zuvor von dem Franziskanermönch Luca Pacioli in Venedig in seinem 1494 erschienenen Buch Summa de Arithmetica beschrieben.
Empirische Fakten zur Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland widerlegen allerdings das hohe Lied Goethes auf die doppelte Buchführung.
Während zu Beginn der 90er Jahre in Deutschland noch rund 10.000 Unternehmensinsolvenzen pro Jahr zu verzeichnen waren, stieg deren Zahl bis 2004 auf fast 40.000 an.
Die Höhe der neu entstandenen offenen Insolvenzforderungen, die erfahrungsgemäß zu 90 % bis 95 % uneinbringbar sind, erhöhte sich in diesem Zeitraum sogar von ca. 6 Milliarden auf 40-60 Milliarden Euro pro Jahr.
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